Stress – für kurze Zeit überlebenswichtig, auf Dauer schädlich!

Das biologische Stressprogramm ermöglicht uns eine Anpassungsreaktion des Organismus, um auf jedwede Art von Belastung oder Gefahr schnell und effektiv körperlich reagieren zu können. Hierzu werden Mechanismen gestartet, die uns evolutionsbiologisch betrachtet kampf- oder fluchtbereit machen.

 

Die körperlichen Bewältigungsreaktionen werden angeregt (Atmung, Herz-Kreislauf, Energiebereitstellung) während die regenerativen und reproduktiven Körperfunktionen (Verdauung und Energiespeicherung, Sexualität, Fortpflanzung, Wachstum) gedrosselt werden:

  • Aktivierung und Durchblutung des Gehirns
  • Reduzierter Speichelfluss, trockener Mund
  • Erweiterung der Bronchien
  • Atembeschleunigung
  • Schwitzen
  • Erhöhte Muskelspannung, verbesserte Reflexe
  • Erhöhter Blutdruck, schnellerer Herzschlag
  • Energiebereitstellung (Blutzucker, Fette)
  • Hemmung der Verdauungstätigkeit und der Energiespeicherung
  • Verminderte Durchblutung der Genitalien, Lipidohemmung
  • Erhöhte Gerinnungsfähigkeit des Blutes
  • Kurzfristig erhöhte Schmerztoleranz
  • Kurzfristig erhöhte Immunkompetenz

Allerdings erweist sich dies in vielen Anforderungssituationen der heutigen Zeit als wenig konstruktiv. Selten sind die körperlichen Vorbereitungen auf Kampf oder Flucht hilfreiche Reaktionen. Die Wahrscheinlichkeit das wir gleich um unser Leben rennen oder uns körperlich verteidigen müssen, ist glücklicherweise sehr gering. Der Zusammenhang zwischen dem, wie unser biologisches Stresssystem funktioniert und dem, was heutzutage von uns gefordert ist, kann zum Problem für Gesundheit und Wohlbefinden  werden.

 

Eine Gefährdung für die Gesundheit ist Stress vor allem dann, wenn er chronisch wird und wenn keine oder zu wenig Regenerationsphasen vorhanden sind.

 

Erscheinungsformen von Stress!

 

Stress beeinflusst unsere Selbstregulierung (Homöostase), egal ob in guter oder schlechter Weise.

 

Ohne den positiven Stress (Eustress) würden wir uns unzufrieden und führungslos fühlen. Positiven Stress empfinden wir beispielsweise bei Freude, Verliebt sein, Erfolgserlebnisse, usw. Der Puls erhöht sich, Hormone werden ausgeschüttet, aber es gibt keine Anzeichen von Angst oder Zwang. Wir haben ein frohes Lebensgefühl und die Lust zum Leben.

 

Negativer Stress (Disstress) erleben wir bei Überlastung, wie z.B. Überforderung am Arbeitsplatz. Sind wir zum Beispiel immer wieder erneut den gleichen Stressfaktoren ausgesetzt, denen wir uns nicht gewachsen fühlen, beginnt der krank machende Stress. Inwieweit Belastungssituationen zu negativem Stress werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 

  • Dauer der Belastung
  • individuelle Bewertung der Anforderung
  • genetische Disposition
  • individuelle Bewältigungsmöglichkeit
  • Erfahrungen aus vergleichbarer Situation
  • wahrgenommene Bewältigungsmöglichkeit und Ressourcen (persönliche Selbsteinschätzung)

 

Besitzt man die Fähigkeiten und Fertigkeiten, den Anforderungen gerecht zu werden sowie die Möglichkeit, die freiwerdenden körperlichen Energien auch auszuleben, hat man es mit positivem Stress zu tun.

 

Sofern jedoch auch ein Übermaß an positiven Stress vorliegt, kann der Stress chronisch werden und beginnt sich gesundheitsschädlich auf den Körper auszuwirken.

 

Der akute Stress richtet gewöhnlich keinen Schaden an, solange wir uns danach wieder gut entspannen können. Ist der Stressauslöser beseitigt, können wir den Körper wieder in die Homöostase bringen.

 

Es ist wichtig, dass man seinen eigenen Körper beobachtet, um herauszufinden und wahrzunehmen, wann es genug ist und die persönliche Belastungsgrenze erreicht ist!

Stress entsteht im Gehirn!

 

Ihre Einschätzung der Situation und Ihrer Bewältigungskompetenzen ist ausschlaggebend für Ihr Stressempfinden. Nicht jede Form von Disstress kann in Eustress umgewandelt werden. Aber eine Haltungsänderung ist immer dann sinnvoll, wenn die stressauslösende Situation nicht veränderbar oder Ihre Einstellung sogar die Ursache für Ihren Stress ist. Machen Sie sich diesen Zusammenhang bewusst und verändern Sie ggfs. schrittweise Ihre Bewertungsmuster.

 

Eine stressfördernde Einstellung ist häufig durch Perfektionismus, Überzeichnung von Tatsachen (Katastrophisierung) oder Ausschließlichkeitsbehauptungen („Immer läuft alles schief“, „Nie kann ich es anderen recht machen“) gekennzeichnet. Die eigene Wahrnehmung kann man ändern, indem man auch in negativen Situationen Vorteile in einer Situation sieht und sich selbst auf seine Stärken hinweist.

 

 

 

Für die Änderung der Stresswahrnehmung bedarf es etwas Übung, doch mit der Zeit wird die Reaktion automatisch.

 

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